In diesen Tagen…

wurde der Referentenentwurf eines Gesetzes für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention des Bundesgesundheitsministeriums vorgelegt. In dem geplanten Gesetz, das im März 2020 in Kraft treten soll, wird Folgendes neu geregelt:

  • Beim Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung, wie z. B. einer Kita, ist es zwingend erforderlich einen Impfschutz oder die Immunität gegen Masern vorzuweisen.
  • Dasselbe gilt für das Personal in Gemeinschaftseinrichtungen.
  • Impfungen können zukünftig von Ärzten aller Fachrichtungen vorgenommen werden.
  • Die Dokumentation wird verbessert und kann auch dem öffentlichen Gesundheitsdienst zugänglich gemacht werden.
  • Der Impfausweis wird um Informationen zum Verhalten bei ungewöhnlichen Impfreaktionen, zu den Terminen der Folgeimpfungen und zu den Ansprüchen bei Eintreten eines Impfschadens ergänzt.
  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird verpflichtet, regelmäßig über Impfungen zu informieren.

Delegation ärztlicher Tätigkeiten an nichtärztliche Mitarbeiter in Gesundheitsberufen

Gesetzesentwurf  6.11.2012

 

Präambel

Angesichts einer veränderten Versorgungssituation und eines Wandels im Berufsbild der medizinischen Assistenzberufe ist eine enge Kooperation von Ärzten und Vertretern anderer Gesundheitsberufe erforderlich. Diese  wird durch das folgende Gesetz geregelt.

PRÄVENTION NEU GEDACHT

Das Vorsorgeheft für Erwachsene

Ein Vorschlag für die Praxis

(Download als PDF )

Durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz ist Prävention zu einem Schlüsselwort der Gesundheitspolitik geworden. Doch nicht nur Gesundheitsfunktionäre, sondern auch Laien sehen ein, dass Vorbeugen besser ist als Heilen. Vorsorge kostet die Versicherten weder Geld noch große Mühen. Dennoch nehmen höchstens 50% der Berechtigten an den Krebsfrüherkennungsuntersuchungen teil, und auch der Impfstatus bei Erwachsenen ist nicht zufriedenstellend. Ein Vorsorgeheft könnte auf einfache Weise helfen, die Situation zu verbessern.

Rheinisches Ärzteblatt Diskussion

Plädoyer für ein Delegationsgesetz  

( Download als PDF)

Pflegekräfte, Hebammen, Physiotherapeuten, Logopäden und Medizinische Fachangestellte fordern die Übertragung bisher ärztlicher Kompetenzen. Reagiert die Ärzteschaft auf diesen Vorstoß nicht mit eigenen Konzepten, wird sie zwangsläufig zum Spielball der Assistenzberufe, der Politik und der Demografie werden. Bei aller Reformbereitschaft muss dabei klar sein: Die Gesamtverantwortung für den Patienten bleibt beim Arzt.

Die mRNA-Impfung - ein neues Kapitel der Wissenschaft

 

Die Hersteller von mRNA-Impfstoffen werden tagtäglich in den Medien genannt. Der Name der Frau, die diese neue Impftechnologie erst möglich gemacht hat, Katalin Karikó, ist dagegen weitgehend unbekannt. Die ungarische Wissenschaftlerin, seit 2013 im Vorstand von BioNTech, hat zusammen mit ihrem Kollegen Drew Weissmann an der University of Pennsylvania lange über mRNA (messengerRNA, Boten-RNA) geforscht. Ihr Ziel war, die mRNA in den menschlichen Organismus einzubringen, um den Körper selbst zur Herstellung von Medikamenten oder Impfstoffen im menschlichen Körper zu veranlassen.

 

Die  mRNA hat in der Zelle eine definierte Funktion. Schon in den 1960er Jahren wurde beschrieben, dass sie die DNA im Zellkern abliest und die Information zu den Ribosomen im Zellplasma bringt. Die DNA als „Zentrale“ der Zelle gibt die Anweisungen, die mRNA als „Bote“ überbringt die Anweisungen, und die Ribosomen als „Produktionsstätte“ führen die Anweisung aus, indem sie den von der DNA in Auftrag gegebenen Stoff herstellen.

Nachdem diese Funktion verstanden war, lag der Gedanke nahe, der Zelle durch künstlich eingeschleuste mRNA eigene Arbeitsaufträge zu geben, z. B. fehlende Enzyme, Substanzen gegen Krebs oder auch Antigene wie sie in Impfstoffen enthalten sind, produzieren zu lassen – so war die Überlegung. In einem Versuch mit Mäusen gelang es Karikó und Weissmann erstmals zu zeigen, dass dieses möglich war. Der Anwendung beim Menschen stand aber die Befürchtung entgegen, dass die künstlich zugeführte mRNA eine Immunreaktion auslösen könnte, die diese zerstörte bevor sie überhaupt ihren Wirkungsort erreichte, und darüber hinaus dem Empfänger schaden konnte.

Trotz fehlender finanzieller Unterstützung gelang es Karikó und Weissmann 1995, eine veränderte mRNA herzustellen, die in den menschlichen Organismus gelangte, ohne vom Immunsystem zerstört zu werden. Sie tauschten eines der Bestandteile der mRNA aus und machten sie damit für das Immunsystem unsichtbar.  Das war ein wissenschaftlicher Durchbruch, der von manchen für nobelpreiswürdig gehalten wird.

Für uns liegt die aktuelle Bedeutung dieser wissenschaftlichen Leistung in der Bekämpfung der Pandemie. Die unglaublich schnelle Entwicklung des Impfstoffes durch die Firmen BioNTech, Moderna und Curevac war möglich, weil das Grundgerüst des Impfstoffes bei Ausbruch der Pandemie bereits bestand. Der Forschungsschwerpunkt lag ursprünglich auf einer individualisierten Krebstherapie und der Behandlung seltener Erkrankungen. Sobald das Virus im Januar 2020 sequenziert war, schwenkten die Firmen auf die Entwicklung eines Impfstoffes um. Auch bei künftigen Pandemien oder bei einer Mutation des SARSCoV2 kann der Impfstoff schnell neuen Erfordernissen angepasst werden. Hoffen wir, dass es gelingt, die Pandemie mit Hilfe der Impfstoffe zu überwinden. Dann werden Kapazitäten frei, um viele weitere Krankheiten mit Hilfe der mRNA-Impfung zu therapieren.

Februar 2021

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.